Die Lehrrede von der Liebenden Güte

In einer seiner bekanntesten Lehrreden verweist Buddha auf die Ganzheitlichkeit eines spirituellen Lebens: Einerseits geht es um die Entwicklung von inneren Qualitäten, wie Mitgefühl, Stärke und innere Ruhe. Andererseits braucht es auch ein entsprechendes Verhalten, also ein ethisches Leben. Zu guter Letzt wird noch die Wichtigkeit der Interaktion mit anderen Menschen betont und wie wir ein friedvolles Miteinander schaffen können.

"Wem klargeworden, dass der Frieden des Geistes
das Ziel seines Lebens ist,
der bemühe sich um folgende Gesinnung:
Er sei stark, aufrecht und gewissenhaft,
freundlich, sanft und ohne stolz.
Genügsam sei er, leicht befriedigt,
nicht viel geschäftig und bedürfnislos.
Die Sinne still, klar der Verstand,
nicht dreist, nicht gierig sein Verhalten.
Auch nicht im Kleinsten soll er sich vergehen,
wofür ihn Verständige tadeln könnten.
Mögen alle Wesen glücklich sein und Frieden finden.
Was es auch an lebenden Wesen gibt:
Ob stark oder schwach, ob groß oder klein,
ob sichtbar oder unsichtbar, fern oder nah,
ob einer Geburt zustrebend -
mögen sie alle glücklich sein.
Niemand betrüge oder verachte einen anderen.
Aus Ärger oder Übelwollen wünsche man
keinem irgendwelches Unglück.
Wie eine Mutter mit ihrem Leben
ihr einziges Kind beschützt und behütet,
so möge man für alle Wesen und die ganze Welt
ein unbegrenzt gütiges Gemüt erwecken:
ohne Hass, ohne Feindschaft, ohne Beschränkung
nach oben, nach unten und nach allen Seiten.
Im Gehen oder Stehen, im Sitzen oder Liegen
entfalte man eifrig diese Gesinnung:
Dies nennt man Weilen im Heiligen.
Wer sich nicht an Ansichten verliert,
Tugend und Einsicht gewinnt,
dem Sinnengenuss nicht verhaftet ist -
für den gibt es keine Geburt mehr."

Aus aktuellem Anlass hier die Quellenangabe: Sutta-Nipata, Buch 1, Nr. 8.

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