Japan, Buddhismus und Leadership

Die Ereignisse in Japan machen uns alle betroffen. Sie verweisen schmerzhaft auf die Sterblichkeit unserer Zivilisation und die Machtlosigkeit die wir Angesichts der Naturgewalten erleben. Andererseits erkennen wir in Japan auch die Schwierigkeiten wieder, die wir heute in vielen Teilen der Welt erleben, wie zum Beispiel die Abhängigkeit von Atomstrom oder die Abhängigkeit von zweifelhaften Führern, die sehr viel gesellschaftliche Macht besitzen und nur aus eigenmotivierten Interesse handeln.

Wir alle wünschen uns eine bessere Welt - und niemals in der Geschichte der Menschheit eröffnen sich heute uns Chancen und Möglichkeiten diese Welt zu erschaffen. Wir verfügen über technologische Kompetenzen, die allen Menschen der Erde ein würdiges Leben ermöglicht. Wir verfügen über tiefes Wissen, wie wir diese Kompetenzen zielgerichtet einsetzen können. Was wir nun heute, hier und jetzt noch brauchen sind Menschen, die diese neue Perspektiven in die Wirklichkeit umsetzen.

Guido Fiolka, Begründer und Geschäftsführer der European Leadership Academy, die Programme zur Entwicklung von Führungsfähigkeiten und Führungspersönlichkeiten durchführt, formuliert dies so:

"Um führen zu können braucht es eine bestimmte innere Haltung, eine entwickelte Persönlichkeit und besondere Führungsfähigkeiten. Führung beginnt also mit der Selbstführung. Der Buddhismus bietet hier sowohl ein Orientierungssystem, als auch einen Praxisweg."

Dies führt nun zu einem weiteren wichtigen Punkt: Wer sind denn eigentlich die Führungskräfte von heute? Sind es wirklich nur die Joseph Ackermanns und graue Management-Gestalten? 

Meiner Meinung nach ist es nun so, dass sich viel zu wenige Menschen als Führungskraft definieren. Verfügen wir denn nicht alle über einen Handlungsspielraum und Ressourcen, die wir gezielt einsetzen können, um eine bessere Welt zu schaffen? Wenn wir einmal darüber nachdenken, wie viel Macht und Einfluss wir eigentlich besitzen, beziehungsweise besitzen können, sehen wir, dass das Schicksal der Erde in unseren Händen liegt. Wir können die Welt verändern.

Die Kunst besteht nun darin, zu erkennen, wo und wie wir unsere Kraft und Macht einsetzen können. Und hier kann uns die buddhistische Praxis weiterhelfen, wie Guido Fiolka es formuliert:

"Die buddhistische Praxis zielt darauf ab, eine Wahrnehmung jenseits der Verzerrungen und Verfremdungen zu entwickeln, die von unseren Konditionierungen und dem fehlenden Verständnis des Prinzips des abhängigen Entstehens geprägt sind. Die Herausbildung einer objektiveren Wahrnehmung ist für Führungskräfte unabdingbar, wenn Entscheidungen getroffen werden sollen, die auf einer klaren, ungetrübten Sicht auf die Realität beruhen."

Fassen wir also einmal zusammen:

1) Wir haben die Möglichkeiten den Lauf der Welt zu beeinflussen, indem wir unsere Kompetenzen, Kraft und Weisheit für das Wohl der Menschen einsetzen. Dabei sind wir in der Lage anderen Menschen Orientierung und Klarheit zu geben: Wenn wir in unserer Kraft sind, sind wir führende Menschen.

2) Um in unsere Kraft zu kommen, um die Qualitäten von Mitgefühl und Weisheit zu entwickeln, können wir uns an spirituellen Systemen orientieren. Der Buddhismus ist eines davon. Durch die buddhistische Praxis kann es uns gelingen, zu erkennen, wie die Wirklichkeit beschaffen ist: Wir sind alle voneinander abhängig. Und es gibt keine wirklichen Trennungen zwischen uns allen.

3) Lasst uns also versuchen, noch aktiver in die Welt zu gehen. Lasst uns versuchen, den Lauf der Welt positiv zu beeinflussen, indem wir die Qualitäten von Weisheit und Mitgefühl in uns aktivieren und damit in die Welt gehen.

Oder wie es der Dalai Lama formuliert:
"Mit unserem Denken, ja mit der geringsten unserer Handlungen beeinflussen wir das ganze Universum."




1 Kommentar:

  1. Nur kurz dazu: "Führen, gestalten, bewegen" von Dalai Lama mit Laurens van der Muyzenberg:
    http://www.buecher.de/shop/allgemeines/fuehren-gestalten-bewegen/dalai-lama-laurens-van-den-muyzenberg/products_products/detail/prod_id/23508997/

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