Frieden in mir, Frieden in der Welt

Diese Reflexion stammt von Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama. Sie ist sehr tief und vermittelt auf anschauliche Weise den Kern des Buddhismus. Wenn dir diese Übung gefällt, dann mache sie auch mit anderen Menschen. Sharing is sexy.

Stell dir vor, heute ist dein Geburtstag. Deine Familie, Freunde und Bekannte überraschen dich mit einem kleinen Fest. Zwei Torten stehen auf dem Tisch, ein Büffet ist gedeckt. Es gibt allerlei vegetarische Leckereien. Tee und Getränke mehr als genug. Feierlich und mit offenen Herzen werden dir die Geschenke überreicht. Ein nobles Tagebuch aus Frankreich und ein Füllfederhalter aus der Schweiz. Dein Partner oder deine Partnerin schenkt dir einen warmen Mantel aus Italien. Dein bester Freund schickt dir die gebundenen Lehrreden eines bedeutenden Meisters. Gemeinsam beschließt ihr an diesem besondern Tag, für eine Woche nach Spanien zu fliegen. Ihr wollt es euch bei Yoga und Sonnenschein einfach mal gut gehen lassen.

Unter dir hat auch jemand Geburtstag. Es ist ein geschiedener Mann, Mitte Fünfzig. Sein Gabentisch bleibt leer. Keine Freunde und Bekannte sitzen an seinem Tisch. Eine einzige Postkarte seines einzigen Kindes liegt in der Küche. Am Nachmittag ruft seine alte Mutter an und sie wechseln ein paar leere Worte.

Ungefähr 6.800 Kilometer entfernt feiert ein kleiner Junge seinen letzten Geburtstag. Er wird dieses Jahr an Hunger sterben, aber er weiß es noch nicht. Er freut sich über sein Geschenk wie ein Junge sich nur über ein Geschenk freuen kann: Es ist ein aus alten Lumpen zusammengebauter Fußball, mit einem Lehmklumpen in seiner Mitte.

Wir können uns nun die Frage stellen: Welche Bedeutung hat unser Glück in dieser Welt? Ich muss gestehen, dass mich diese Frage jedes Mal sehr hart trifft. Vor allem wenn ich mich mal wieder in der materiellen Welt verloren habe und beginne, den Dingen der Welt hinter her zu laufen und sie für das einzig Wahre halte. Dann vergesse ich meinen Nachbarn und ich vergesse den kleinen Jungen, der doch nur stirbt, weil ich ihn vergessen habe.

Aus diesem Grund brauche ich diese Art von Übung. Immer und immer wieder. Um mir klar zu werden, welche Position ich in dieser Welt inne habe. Welche enorme Verantwortung Reichtum mit sich bringt. Gerade mal 0,5% dieser Welt besitzen einen Hochschulabschluss und einen Computer. Dies birgt meiner Ansicht nach eine immense Verantwortung für jeden Einzelnen.
Und um diese Verantwortung angemessen annehmen zu können hilft ein offenes und freies Herz.


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