Was ist eigentlich ein "iBuddhismus"?

Ende April 2012 erscheint im Verlag edition steinrich mein Buch "iBuddhismus. Kreative Bodhisattvas zwischen Facebook und Hingabe". In diesem Blog möchte ich darum kurz beschreiben, was es mit diesen Titel auf sich hat. Schließlich sagte schon der französische Philosoph Voltaire: “Wenn Sie mich überzeugen wollen, dann erklären Sie mir die Begriffe, die Sie verwenden“. 
"iBuddhismus" setzt natürlich zuerst einmal Assoziationen zu einem bekannten amerikanischen Unternehmen in Gang. iPod, iPhone und iPad haben in gewisser Weise unsere Art der Kommunikation massiv verändert. Wir alle sind vernetzter geworden. 
"iBuddhismus" verweist also auf den Zeitgeist:      Wie sieht ein Buddhismus im 21. Jahrhundert aus? Denn jedes Mal, wenn der Buddhismus von einer Kultur aufgenommen wurde, interagierte er mit dieser Kultur. In China vereinte sich der Buddhismus mit dem Daoismus - es entwickelte sich der ZEN Buddhismus, während in Tibet wiederum eine ganz andere Form der Praxis entstand - der tibetische Buddhismus eben - der im krassen Gegensatz zu der schlichten Würde des Zen steht.
Heute erleben wir, wie der Buddhismus beginnt, sich mit den Inhalten der westlichen Zivilisation zu verbinden. Seit etwa 30 Jahren können wir beobachten, wie gerade die Psychologie und die Psychotherapie von buddhistischen Inhalten beeinflusst werden und neue Formen der Heilung und Therapie generieren. Das Konzept der Achtsamkeit wird heute in ersten Schulen unterrichtet und es ist keine Seltenheit mehr, dass erfolgreiche Business-Manager versuchen, ihre Mitte in einem ZEN-Workshop zu finden.
"iBuddhismus" besitzt jedoch noch eine weitergehende Bedeutung. Ich definiere ihn auch als einen "integraler Buddhismus". „Integral“ meint in diesem Fall die Fähigkeit, eine Perspektive einzunehmen, die unsere individuellen wie kollektiven Lebensbereiche umfasst. Es bedeutet die Fähigkeit, multiple Aspekte unserer Selbst systematisch zu ergründen und zu entwickeln, wie etwa unseren menschlichen Körper, unsere emotionale Intelligenz, unsere zwischenmenschlichen Beziehungen und unsere spirituelle Weisheit. „Integral“ meint also die Fähigkeit, verschiedene Aspekte der Realität mit einzubeziehen und diese miteinander in Beziehung zu setzen. Auf diese Weise gelangen wir zu neuen Einsichten und Lösungen, die uns dabei helfen, mit unserer komplexen Welt erfolgreich umzugehen.
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