Yes we can!

Ich glaube, der Grund, warum wir bislang noch nicht wirklich in der Gesellschaft engagiert haben, liegt darin, dass wir zu wenig Aufforderungen dazu erhalten. In der Regel warten wir auf einen Menschen, dem wir vertrauen wollen und der uns den Weg weisen kann. Der uns die nächsten Schritte vermittelt und selbst wagemutig voranschreitet. 

Doch der Punkt ist: Wir können sehr lange auf einen solchen Leader warten. 

Meiner Meinung nach ist es so, dass sich viel zu wenige Menschen als Führungskraft definieren. Verfügen wir denn nicht alle über einen Handlungsspielraum und Ressourcen, die wir gezielt einsetzen können, um eine bessere Welt zu schaffen? Wenn wir einmal darüber nachdenken, wie viel Macht und Einfluss wir eigentlich besitzen, beziehungsweise besitzen könnten, sehen wir, dass das Schicksal der Erde auch in unseren Händen liegt. Es liegt in unserer Macht, die Welt zu verändern. Wir sind die Welt. Die Kunst besteht darin, zu erkennen, wo und wie wir unsere Kraft und Macht einsetzen können. 

Wer sind denn eigentlich die Führungskräfte von heute? Sind Führungskräfte wirklich nur hartherzige Manager? Menschen wie Richard Fuld, ehemaliger Chef der Lehman Brothers, der in zehn Jahren 500 Millionen Dollar „verdiente“ und zugleich durch wilde Spekulationen den internationalen Finanzmarkt erschütterte?

Es ist doch so, dass jeder Leiter einer psychotherapeutischen Klinik eine Führungskraft ist und auch jeder mittelständige Unternehmer mit mehreren Angestellten befindet sich in einer Führungsposition. Organisationen und Unternehmen, Schulen, Gruppen und Vereine brauchen eine konstruktive Führung, sonst funktionieren sie nicht. Selbst spirituelle Zentren können ohne gute Führungskräfte nicht bestehen - dafür müssen einfach zu viele Dinge geregelt werden.

„Führung“ ist vor allem in Deutschland ein umstrittener Begriff, was vor allem an der Geschichte dieses Landes liegt. Wie kann aber eine konstruktive Führung aussehen, die Elemente einer ganzheitlichen Spiritualität integriert hat? Welchen Standpunkt nehmen ganzheitlich-spirituelle Leader ein? Wie handeln sie und an welchen Werten orientieren sie sich? Wovon werden sie beeinflusst? 

Guido Fiolka, Begründer und Geschäftsführer der European Leadership Academy, die Programme zur Entwicklung von Führungsfähigkeiten und Führungspersönlichkeiten durchführt, formuliert es so: "Um führen zu können braucht es eine bestimmte innere Haltung, eine entwickelte Persönlichkeit und besondere Führungsfähigkeiten. Führung beginnt also mit der Selbstführung."
Wir haben die Möglichkeiten den Lauf der Dinge zu beeinflussen, indem wir unsere Kompetenzen, Kraft und Weisheit für das Wohl der Menschen einsetzen. Dabei sind wir in der Lage, anderen Menschen Orientierung und Klarheit zu geben: Wenn wir in unserer Kraft sind, sind wir führende Menschen. Die buddhistische Praxis kann uns in diesem Prozess weiterhelfen, wie Guido Fiolka es formuliert: 
"Die buddhistische Praxis zielt darauf ab, eine Wahrnehmung jenseits der Verzerrungen und Verfremdungen zu entwickeln, die von unseren Konditionierungen und dem fehlenden Verständnis des Prinzips des abhängigen Entstehens geprägt sind. Die Herausbildung einer objektiveren Wahrnehmung ist für Führungskräfte unabdingbar, wenn Entscheidungen getroffen werden sollen, die auf einer klaren, ungetrübten Sicht auf die Realität beruhen."


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