Beastie Boys & Buddhismus

Ich war 15 oder 16, als ich mit den Beastie Boys zum ersten Mal in Berührung kam. Irgendjemand schenkte mir damals ein Tape auf dem Songs wie "Rhymin & Stealin", "Fight for your Right" und natürlich "No Sleep Till Brooklyn" zu hören waren. Eine Offenbarung. 
In dieser Zeit reiste ich mit einer bayerischen Ringermannschaft in die USA. In meinem Walkman kreisten Songs von Run DMC, Saltn Pepa und - natürlich - den Beasties. Mit abgeschnittenen Trainingshosen und T-Shirts in Überlänge lief ich durch die Straßen von New York City und ich VERSTAND diese Musik MIT DEM HERZEN - es gab nichts, was mein Lebensgefühl in diesen Tagen besser beschrieb als diese drei Jungs aus Brooklyn.
Heute, über zwei Jahrzehnte später, befinden sich die Beasties immer noch auf meinem iPhone. Ihre aktuelle CD "Hot Sauce Committee Part Two" ist schräg und genial...

Und ja - mich hat der Tod von Adam Yauch betroffen gemacht. Er hat eine Lücke gerissen. Es ist manchmal so unverständlich, dass ein Leben einfach endet. Einfach vorbei ist. Und uns alle ratlos hinterlässt.

Wie viele wissen, war Adam Yauch Buddhist. Er engagierte sich für Tibet (er gründete den Milarepa Fund und rief die Tibetan Freedom Concerts ins Leben) und auch auf den Platten der Beastie Boys finden sich immer Spuren seiner spirituellen Praxis, wie zum Beispiel in dem Song "Bodhisattva Bow", in dem auf den großen Praktizierenden Shantideva gewiesen wird. Wenn ich es mir recht überlege, verkörpert Adam Yauch genau das, was ich mit einem "kreativen Bodhisattva" meine: Spirituell, engagiert, zeitgeistig und kreativ...

Heute frage ich mich, wie MCA Adam Yauch mit seinem bevorstehenden Tod umgegangen ist. Als buddhistisch Praktizierender ist die Chance groß, einen reflektierten und konstruktiven Umgang damit zu finden. In "iBuddhismus. Kreative Bodhisattvas zwischen Facebook und Hingabe" schreibe ich:

"Wir alle altern, werden krank und sterben. Wenn wir uns mit dieser unwiderruflichen Wahrheit auseinander-setzen, lässt uns dies eine heilsame Motivation für unsere buddhistische Praxis entwickeln. Durch die Konfrontation mit unserer Vergänglichkeit wird uns bewusst, welche Dinge in unserem Leben Aufmerksamkeit verdienen und welche nicht. Es kann sehr heilsam sein, wenn wir uns mit Krankheit und Tod auseinandersetzen. Aus diesem Grund rät der Buddha, uns täglich klarzumachen, dass unser Leben nur ein flüchtiges Aufblitzen im Strom der Zeit darstellt. Er legt uns ans Herz, regelmäßig über den steten Verfall unseres Körpers zu kontemplieren:

   - Ich bin dem Altern unterworfen, ich kann dem Altern nicht entgehen.
   - Ich bin der Krankheit unterworfen, ich kann der Krankheit nicht entgehen."

Und so verspüre ich den Impuls, uns immer wieder dazu einzuladen, auch über unsere Vergänglichkeit zu kontemplieren. Denn der große Wandel wird uns alle erwischen. Auch wir werden die Vergänglichkeit unseres Körpers spüren. Auch wir werden erleben, wie lieb gewonnene Menschen sterben. Auch wir werden diesem entscheidenden Moment - der jederzeit eintreten kann - gegenüberstehen.

Und ja - selbst im Augenblick des Todes inspirieren und bewegen mich die Beasties... danke für die vielen gemeinsamen Jahre.

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