Triffst du Buddha an der Bar... gib ihm einen aus

von Lodro Rinzler

"Das buddhistische Wort für den Kreislauf des Leidens, in dem wir uns befinden, ist samsara. Samsara schließt alles ein - von Problemen mit einer eingerissenen Nagelhaut bis hin zum Verlust eines geliebten Freundes oder Familienmitgleids. Es ist die Tatsache, dass wir uns nach dem sehnen, was wir nicht haben. Und das macht uns unglücklich. Bekommen wir aber, wonach wir uns gesehnt haben, ist es Fakt, dass wir bereits an das Nächste denken, mit dem wir uns die Zeit vertreiben könnten.

Samsara wird von Hoffnung und Furcht angetrieben. Wir hoffen, unsere Arbeit gut zu machen, fürchten aber, unseren Chef zu verärgern. Wir hoffen, zum Strand gehen zu können, befürchten aber Regen. Extreme Hoffnung und Furcht können ein Erlebnis machmal schon dadurch ruinieren, dass wir ungeheuer viel Zeit damit verbracht haben, uns den Kopf darüber zu zerbrechen, was denn wohl alles passieren könnte. Wenn sie einmal erkannt haben, dass äußere Faktoren wohl kaum beständiges Glück bringen werden, fühlen sich die meisten Menschen zwar angespornt, im Inneren nach einem Weg zu suchen, doch die meisten von uns haben nicht die geringste Ahnung, wo sie damit anfangen sollen.

Über eben diese grundsätzliche Unzufriedenheit lehrte uns Buddha etwas, als er seinen Mund zu seinem allerersten Vortrag überhaupt aufmachte. Er sagte nicht: "Leute, hier ist der Plan. Befolgt X, Y, Z - und auch ihr werdet genauso strahlen wie ich." Stattdessen sagte er: "Hört mal, Leute. Ihr seid doch unglücklich, oder? Dann lasst uns das doch mal analysieren." Dann ging er dazu über aufzuzeigen, dass wir leiden, weil wir nicht viel darüber wissen, wer wir eigentlich sind. Die gute Nachricht ist: Man kann einen Schlussstrich unter dieses ganze Syndrom des ruhelosen Lebens ziehen. Buddha stellt uns eine Methode vor, nach der wir uns selbst erkunden und unseren eigenen Weg zur Erweckung unseres Herzens und Geistes finden können. Dieser Weg ist der Weg der Meditation und des Wohlverhaltens."


Auszug aus dem wirklich bemerkenswerten Buch "Triffst du Buddha an der Bar, gib ihm einen aus" von Lodro Rinzler.

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