Zum Wohle aller Wesen

Von Sebastian Gronbach

Erwacht leben wollen viele. Aber wie geht das – ganz konkret? Es geht, indem wir das tun, von dem alle großen Weisheitstraditionen berichten: Wir müssen tief in die Felder unserer Gewohnheiten graben. Praktisch gesagt: Wir müssen die Schule unsere Kindheitsmuster verlassen. Denn in der Kindheit wurde oft nicht unser höchstes Potential erweckt – im Gegenteil. Die Kindheitsmuster sind oft so tief in uns betoniert, dass es ungesund wäre sie mit Gewalt zu entfernen. Aber es gibt ein kraftvolles, sanftes und wirksames Mittel, um die Felder der Gewohnheit so zu durchpflügen, dass wieder Luft, Licht & Wasser an unser höchstes Potential kommt, welches in der Tiefe schlummert: Das Mantra. 


Ein Beispiel? Ein Kindheitsmuster unserer Gesellschaft ist, dass wir nicht gelernt haben, unsere eigenes Wohl und das Wohl aller Wesen als Einheit zu erkennen. Das Wohl aller Wesen und unser ureigenes Wohl, schien uns immer irgendwie ein Widerspruch zu sein. Ständig schwankten wir zwischen dem, was wir uns persönlich wünschten und dem, was wir für andere tun sollten. Wie hilft uns hier das Mantra? Es entfaltet seine Kraft in drei Stufen. Erste Stufe: Setze hinter jeden persönlichen Wunsch den Satz „zum Wohle aller Wesen“. Beispiel: „Ich bin so dankbar, dass ich sehr viel Geld verdiene – zum Wohle aller Wesen.“ Formuliere die persönlichsten Wünsche wirklich ganz frei aus Deinem individuellen Bedürfnis heraus – ohne Einschränkungen und Begrenzungen, aber ergänze ihn immer um den besagten Satz „zum Wohle aller Wesen“. Zweite Stufe: Lebe mit diesem Mantra. Sprich es leise und laut. Verhalte Dich wie ein Bauer, der stoisch und nahezu automatisiert sein Feld mit dem Pflug umgräbt. Denke nicht viel darüber nach. Mantren – so alle Weisheitstraditionen – spricht man eher murmelnd, träumend, wie mechanisiert. So graben sie tiefer und tiefer und tiefer – in die Felder der Gewohnheit. Würden wir Mantren bewusst, denkend und (durchaus gut gemeint) liebevoll sprechen, würden sie nicht in das Tiefenbewusstsein eindringen. Dritte Stufe: Irgendwann merkst Du, wie sich Stück für Stück Deine Denken, Fühlen und Handeln auf eine ganz authentische Weise so transformiert, dass Deine persönlichsten Bedürfnisse so in Dir erscheinen, dass sie dem Wohle aller Wesen dienen. Und das Wohl aller Wesen, erwacht als Deine persönliche Sehnsucht. So endet das alte Kindheitsmuster, dass wir uns selbst einschränken und klein machen müssen, um der Menschheit zu dienen - lass Dich überraschen, wie das Leben Deine beiden Wünsche vereint & erfüllt. Im Kopf wissen wir das alles schon, aber das Mantra hilft uns, dass unser Wissen sich tief in Herz & Hand eingräbt. So wirst Du glücklich – zum Wohle aller Wesen.


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