Der Buddha war kein Buddhist

"Spirituelle Praxis heißt, der vermeintlichen Realität des "Ich" zu entfliehen, indem man begreift, was das "Ich" ist, und seinen ständigen Fixierungen Energie entzieht. Der Buddha stellte die Verwirklichung und Integration des Nicht-Selbst in den Mittelpunkt seiner Lehren. Wir besitzen keine getrennte Existenz; das ist eine Tatsache. Wenn wir all unsere Praktiken und Bemühungen auf diese Tatsache hin ausrichten, wird der spirituelle Weg recht einfach und transformiert alles, was wir tun." Rodney Smith

Und genau wie Rodney Smith oder Dzogchen Ponlop Rinpoche bin auch ich der Ansicht, dass es heute nicht darum geht, den Buddhismus zu studieren oder die erhabene Logik des Buddhas zu verteidigen, sondern die praktische Essenz der Lehre wieder in den Mittelpunkt zu stellen.

Denn "der spirituelle Weg wird recht einfach, wenn wir uns konsequent auf die unmittelbare Wahrheit ausrichten, anstatt uns in spirituellen Ansichten und Formen zu verlieren. Denn dann ist die buddhistische Praxis kein Suchen mehr, "sondern ein Finden, kein Kämpfen, sondern ein Verweilen, keine Schulung, sondern etwas, das allem innewohnt." Schließlich fühlen sich viele Praktizierende "dem Geist der ausdauernden Übung verpflichtet - aber nicht der Essenz, nicht der unmittelbar verfügbaren natürlichen Freiheit." Rodney Smith

Und das ist für mich der Punkt: Es geht nicht darum, den Buddhismus zu studieren, die 6 Vollkommenheiten auswendig zu lernen und all die Silas, Viharas und so weiter. Wenn wir die Essenz des sogenannten Laienbuddhismus verstehen wollen - etwas, das ich den kreativen Bodhisattva nenne - , dann ist es wichtig zu begreifen, dass es keine Trennung gibt:

Ein Laienbuddhist - oder kreativer Bodhisattva - ist jemand, "der sein gesamtes Leben in Arbeit, Familie und Beziehungen ganz und gar verkörpert, ohne einer der Aktivitäten spirituell einen höheren Wert beizumessen. Aus dieser Perspektive gesehen, sind alle Augenblicke gleichermaßen kostbar, und ob wir nun formelle Meditation in Klausur üben oder uns in gewöhnlichen Momenten unseres Laienlebens befinden mögen, die Freiheit wird niemals gehindert." Rodney Smith

Es ist wichtig zu verstehen, dass der Buddha kein Buddhist war - und sich in spirituelle Lehren oder Lehrer verliebte. Es war ein Mensch - wie du und ich - der aufgrund seiner Entschlossenheit den ganzen Weg gehen wollte. Er praktizierte nicht um etwas zu sein - ein Buddhist etwa! -, sondern um er selbst zu sein. Was für ein gewaltiger Unterschied!

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