Ein iBuddhismus Statement

Es kommt vor, dass ich in meinen Beiträgen über "Gott", "Energien" und andere Thematiken schreibe, die scheinbar nichts mit dem Buddhismus zu tun haben. Nach solch einem Beitrag landet dann die eine oder andere Nachricht in meinem Postfach von einem aufgebrachten Buddhisten (es sind immer nur Männer), der mir sagen möchte, dass das nicht so geht. Wo Buddhismus drin steht, muss auch Buddhismus drin sein. Punkt!

Doch mir geht es so: Seit 50 Jahren entfaltet sich der Buddhismus flächendeckend in den westlichen Ländern. (Es gab ihn natürlich schon lange vorher, doch wurde er nicht von der Bevölkerung "entdeckt"). In diesem halben Jahrhundert hat es jedoch noch kein einziger deutscher Buddhist geschafft zu erwachen. 
Ehrlich gesagt: Mich überzeugt das nicht. Wenn ein Mensch nach 40 Jahren täglicher Praxis nicht erwacht ist, darf die Frage gestellt werden, wieso eigentlich nicht?
Jack Kornfield - ein erwachter amerikanischer buddhistischer Lehrer - sagte auch dann ganz klar: Wenn der Schüler eines Lehrers nach einigen Jahrzehnten der Praxis noch nicht erwacht ist, darf man die Qualität des Lehrers in Frage stellen.

Da in anderen Traditionen - wie beispielsweise dem Advaita - Menschen viel leichter erwachen, ist meine These, dass die "Erwachensproblematik" wohl an der Form des Buddhismus liegt. Was 1.000 Jahre lang in Tibet funktionierte, muss nicht unbedingt auch im Westen funktionieren.

Und darum gibt es iBuddhismus: Als eine experimentelle Plattform, die offen ist für neue Perspektiven und Einsichten und die sich um einen interreligiösen und -spirituellen Dialog bemüht.

Denn: "Auch wenn die Leerheit noch dieselbe ist, wie vor 2.000 Jahren, so haben sich doch die Zugänge dazu verändert." Ken Wilber.

Darum: iBuddhismus. Auf dem Weg zu neuen Türen.

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