Kultur 2020: Ein Ausblick


In der nahen Zukunft wird es wohl beides geben: In vierzig Jahren wird die Menschheit mit Schrecken auf die kommenden Klimaveränderungen in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts schauen. Dürren, Überschwemmungen und Unfruchtbarkeit werden viele Länder dieser Erde treffen. Auf der anderen Seite wird der jungen Generation der Geduldfaden reißen. Globale Protestbewegungen der Empörten werden eine demokratische Erneuerung des gesellschaftlichen Zusammenlebens, sowie eine bedingungslose Respektierung der Würde aller Menschen erzwingen. Wie ihr Vorläufer, die Occupy-Bewegung, wird die Revolution der Jungen eine radikale Wende der Menschheitsentwicklung einfordern.

Am 22. Oktober 2011 sprach Robert Thurman - Professor für buddhistische Studien an der Columbia Universität - zu der Occupy Bewegung: „Ich nahm eure Einladung hier zu sprechen gerne an, da dies ein Beispiel dafür ist, auf was ich so viele Jahre lang gewartet habe - etwas, dass ich die „coolen Helden“ nenne. Wir brauchen nämlich in diesen Zeiten „coole Helden“. Wir brauchen jedoch keine „heiße Helden“. Mit „cool“ meine ich „gewaltfrei“. Ich meine damit diejenigen, die energisch, intelligent und einsichtig sein können und die laut und klar ihre Stimmen erheben, ohne dabei jedoch in Ärger oder Hass zu schwelgen.“

Genau an diesem Punkt können spirituell Praktizierende einiges zu der Bewegung des Wandels beitragen. Damit die Revolution der Jungen eine „coole Revolution“ bleibt, können sie ihr Mitgefühl und ihre Weisheit, die sie aus ihrer spirituellen Praxis gewonnen haben, in die Bewegung einfließen lassen. Gerade Buddhisten, Yogis und Yoginis sollten in der Lage sein, anderen Menschen zu vermitteln, wie heftige Emotionen wie Wut und Hass als eine Quelle für Energie für positive und mitfühlende Aktionen dienen können. 

Die nonduale Einsicht in die Verbundenheit aller Dinge, sollte gerade bei spirituell Praktizierenden dazu beitragen, andere Menschen oder Gruppen nicht als „Feinde“ oder „das Böse“ zu benennen. Im Gegenteil - wir sollten Mitgefühl mit den Menschen haben, die in diesem System gefangen sind und vermutlich viel unglücklicher sind als wir.

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