Line of fire

Als mich letztens ein älterer Mensch fragte, warum denn die Songs vieler moderner Künstler so traurig klängen, stutzte ich. Klangen die Songs meiner Generation und die der nachfolgenden tatsächlich traurig? 

Ich kontemplierte einige Tage über dieses Thema. Es ließ mich nicht mehr los. Und ich kann es mir nur so erklären: Das Lebensgefühl der jüngeren Generationen ist vordergründig geprägt von Lifestyle und ungeahnten Möglichkeiten. Das Leben ist ein Pepsi-Cola-Clip. Niemals endend. Voller Farben und lachenden Gesichter.

Doch hinter dieser postmodernen Fassade schlummert etwas tieferes. Greiferendes. Es ist das Lebensgefühl einer verlorenen Generation, die offenen Auges einer kollabierenden Welt entgegenschlittert. Es ist das brennende Nagen, dass da etwas offensichtlich nicht stimmt - und das niemand etwas unternimmt.

In den Augen der jüngeren Generationen befindet sich die Welt fest in Händen von Menschen, die keinerlei Absichten hegen, sich für etwas einzusetzen, dass nicht ihren Wohlstand und ihren Prestige nährt. Egal ob Politik, SPD und CDU. Egal ob Wirtschaft, Bildung oder Feuilleton. Diejenigen die an den Hebeln der Macht sitzen, haben im Endeffekt nichts anderes im Kopf als die Gemütlichkeit ihres Eigenheims.

Und diese Ignoranz, diese unnahbare Verweigerung, sich der Welt anzunehmen, erfüllt die Generationen mit einer subtilen Traurigkeit, die sich still und heimlich durch ihre blinkende Pop.Kultur.Welt zieht. Es ist das Wissen, dass diese Kultur sich nicht mehr transformieren wird. Es ist das unheimliche Wissen, dass die älteren Generationen aufgehört haben zu wachsen und den Stillstand des Denkens und des Fühlens fordert. Es ist das Wissen um ein Ende.

Und ja, es stimmt. Die Songs vieler moderner Künstler klingen traurig. Vordergründig voller Leichtigkeit und Lady Gaga. Doch innerlich leidend und wissend. Um die Vergänglichkeit. Den kommenden Wandel.

_()_

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen