Die Facebook-Revolution


Die grundlegende Lehre des Buddhismus ist die Einsicht in das Abhängige Entstehen. Damit ist gemeint, dass kein Phänomen aus sich heraus entsteht oder existiert. Alles was wir sehen oder erleben, hat seine Ursachen und Bedingungen. Nichts entsteht einfach aus einer zufälligen Laune heraus.
Ein Baum beispielsweise kann sich manifestieren, wenn die Bedingungen dafür gegeben sind. Wenn es also einen nahrhaften Boden gibt, dazu Regen, Sonne und einen Samen, kann ein Baum beginnen zu wachsen.

Genauso können wir uns die Zukunft der globalen Protestbewegungen vorstellen. Wenn in den nächsten Jahren die Repressalien und Ungerechtigkeiten der Nationen fortgeführt werden und wenn weiterhin Banken und Großkonzerne die Macht an sich reißen und die Mittelklasse vernichten, wird die Unzufriedenheit in der Bevölkerung wachsen. Schließlich wird der Punkt erreicht sein, an dem eine kritische Masse von Menschen sagt: „Und jetzt reicht es.“

Genau an diesem Punkt werden sich die Dinge ändern. Der renommierte Club of Rome, der in den 70er Jahren den vielbeachteten Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ veröffentlichte, kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Da der Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 weiter steigen wird und durch die Folgen der Erderwärmung verheerende Umweltkatastrophen auf uns zukommen, wird innerhalb der nächsten 6-10 Jahre der jungen Generation der Geduldsfaden reißen. Da gerade die jungen Menschen die Leidtragenden dieser gravierenden Veränderungen sind, werden sie sich nicht mehr mit dem halbherzigen Bemühen der Regierungen zufrieden geben. Es ist, so der Club of Rome, eine Revolution zu erwarten, die vergleichbar mit denen von 1848 oder der französischen Revolution sein wird.

Und was kommt dann?
Wir leben in einer entscheidenden Phase der menschlichen Entwicklung, die darüber entscheidet, ob unsere Nachkommen ein menschenwürdiges Leben auf diesem Planeten führen können oder nicht. Es ist eine Zeit des Wandels und der Erneuerung. Es ist eine Zeit, in der wir alle dazu aufgerufen sind, uns ernsthaft und entschlossen zu engagieren.

Es geht also darum, eine Brücke zu schlagen zwischen individueller spiritueller Praxis und kollektivem Engagement. Denn wenn es uns gelingt, das Wechselspiel der individuellen und der kollektiven Dimensionen zu durchleuchten, werden wir zu verstehen beginnen, wo und wie wir mit unserem gesellschaftlichen Engagement beginnen können.

Der vietnamesische Zen-Meister Thich Nhat Hanh schreibt, dass der kommende Buddha kein Individuum, sondern eine Gemeinschaft sein wird. Wenn es uns gelingt, als Gemeinschaft die Verantwortung für diesen lebendigen grünen Planeten zu übernehmen, kann es uns gelingen, in ein friedvolles Zeitalter zu gehen. Die Möglichkeiten sind vorhanden. Nutzen wir sie.


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