Der Buddha in Deinem Herzen

In der buddhistischen Mythologie unterscheiden wir zwischen  den sogenannten transzendenten und irdischen Bodhisattvas. Die transzendenten Bodhisattvas können wir uns dabei als eine Art universelle Energie vorstellen, die wir anzapfen können, mit der wir in Verbindung treten können und zu der wir auch selbst werden können. So gibt es beispielsweise den Bodhisattva des Mitgefühls - eine absolut reine Form der liebenden Güte - und wir können tatsächlich an dieser Energie teilhaben und selbst den Bodhisattva des Mitgefühls in uns zum Leben erwecken und in dann auch verkörpern lernen. 
Anhand Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama - der als Bodhisattva vollkommenen Mitgefühls gilt - können wir wunderbar erkennen wie ein irdischer Bodhisattva aussieht. Wie ein Mensch aussieht, der sein Herz zur vollen Reifung gebracht hat und der es sich zur Aufgabe gemacht hat, hier zu sein, unter uns zu sein, um uns zu berühren, uns Impulse zu geben, wie wir weiterkommen auf unserem Weg. Wie wir unser Leiden tiefer verstehen können, wie wir mit unseren widerstreitenden Gefühlen besser umgehen können, um Schritt für Schritt, Möglichkeiten und Wege zu finden, glücklicher zu werden, erwachter zu werden. Frei zu sein.
Und darum ist dieser Begriff des Bodhisattva ein sehr kostbarer Begriff, weil er auf zwei Sachen hinweist: Zum Einen, dass es Menschen gibt auf dieser Welt, die uns helfen können, diese Hilfe anzunehmen und wir uns auch nicht scheuen sollten, die Nähe zu diesen Menschen zu suchen, weil sie uns wichtige Sachen über uns und unseren Weg erzählen können. Und zum anderen aber auch, dass in uns selbst das Potential zu dieser Liebe und Güte und Weisheit schlummert. Und wir diese Qualitäten gar nicht erlernen müssen, dass sie vielmehr schon in uns vorhanden sind und lediglich wieder zum Vorschein gebracht werden wollen. Wir alle sind also eigentlich Bodhisattvas. Wir alle haben einen natürlichen inneren Impuls, anderen Menschen zu helfen. Wir sind berührt, wenn wir Ungerechtigkeit und Armut sehen. Wir sind berührt, wenn wir andere Menschen leiden sehen. Und wir wollen aus einem ganz natürlichen Impuls heraus in die Stille gehen, um unsere Herzensqualitäten noch intensiver zur Reifung zu bringen und oftmals haben wir sogar einen ganz natürlichen Zugang zu unserer inneren Stille.
Nur machmal ist unser innerer blauer Himmel verdeckt von grauen Wolken und wir finden dann keinen Zugang zu uns, fühlen uns einsam und isoliert und wissen dann nicht mehr so Recht, wie es weitergehen soll in unserem Leben.
Und wenn wir den lebendigen Bodhisattvas dieser Welt begegnen, wie beispielsweise dem Dalai Lama oder Nelson Mandela oder Mutter Theresa - alles Menschen, die ganz stark einen Aspekt der menschlichen Größe verkörpern, dann erinnern uns diese Menschen daran, dass auch in uns dieser Aspekt vorhanden ist. Und das wir eigentlich dahin streben, selber diese Größe zu verkörpern lernen. Und das wir an uns selbst glauben sollten, dass wir uns vertrauen können. Denn in uns allen schlummert ein Buddha in unseren Herzen. Und jetzt ist es an der Zeit, ihn aufzuwecken.

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