Die Fastenzeit Deines Herzens

Die Fastenzeit bricht an. Und für unsere Herzen, Körper und Seelen kann dies eine Zeit der Reinigung, der Entsagung und der Konzentration auf das Wesentliche bedeuten.

Und okay – ich gebe es zu, ich habe geschummelt. Unfairerweise habe ich schon vor gut 5 Wochen mit dem Fasten begonnen – mit der Entsagung. Mit der Entschleunigung. Mit der Fokussierung auf das, was mich wirklich trägt in meinem Leben. Begonnen habe ich mein Fasten mit Verzicht. Und „Verzicht bedeutet schmerzvolles Bewusstwerden. Es ist die bewusste und zeitlich beschränkte Einladung des Schmerzes, der eh immer da ist, wenn wir „falsch“ leben. „Falsch“ nicht in einem moralischen Sinne, sondern als ein Leben gegen den eigenen Körper, gegen die Liebe, gegen Gott. Verzicht bedeutet letztendlich auf alles zu verzichten, was nicht göttlich ist. Verzicht bedeutet auf Fesseln zu verzichten, auf innere Sklaverei, auf Abhängigkeit.“ Sebastian Gronbach

Fasten bedeutet für mich also seit einigen Wochen, nur noch das Nötigste zu essen. Dafür habe ich gute 8 Kilo abgenommen in dieser Zeit und – was noch viel mehr wiegt – ich habe aufgehört, dem inneren Drängen meines Geistes nach zu geben. Natürlich: Geist, Körper und Seele dürfen zu jeder Zeit mir ihre Wünsche mitteilen. Nur – ich entscheide, was von diesen Wünschen verwirklicht wird und was nicht. Mein Geist wünscht sich Schokolade und Fleisch? Nun, höflich lege ich diesen Wunsch beiseite und ich schenke meinem Geist statt dessen Obst, Gemüse und Yoga. Wisst ihr, unser Geist ist manchmal wie ein kleines, verwöhntes Kind. Es schreit nach diesem und jenen und wenn es nicht bekommt, was es möchte, wirft es sich heulend auf den Boden.

Fastenzeit bedeutet, das Jammern des Geistes ertragen zu lernen. Und eben nicht auf seine unzähligen Wünsche einzugehen. Statt dessen lenken wir unseren Geist mit sanfter Dominanz in Richtung unseres Herzens. Und dann, genau dann entsteht das Erstaunliche: Unser Geist wird still. Ganz still. Mit einem Schlag lässt er all seine albernen Wünsche los und ruht in seiner eigenen, unendlichen Weite. Er verbindet sich mit seinem eigenen schlagenden Herzen, seiner innewohnenden Liebe und Güte.

Und dann erleben wir das Wunder des Fastens: Das wir nämlich auferstehen als Ganze Menschen. Das wir uns erheben, über die Niederungen des gefangenen Geistes, um auf der Welt zu wandeln wie wahre Könige und Königinnen.


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