Ich bin nicht Charlie Hebdo

Seit Tagen verirren sich die Medien in dem Kampf gegen den Terror. Und ich sage: Es sind die Medien, die diesen Terror entzünden. Und es sind die Politiker - allen voran die USA - die diesen Terror entzünden. Denn der Terror an sich ist eine überschaubare Gefahr. Laut einer Studie sterben mehr Menschen durch den Toaster, als durch terroristische Anschläge. Über was diskutieren wir hier?

Nehmen wir Charlie Hebdo. Und ja, es ist ein Unrecht, das da geschehen ist, keine Frage. Kein Mensch hat das Recht, einen anderen Menschen zu töten, es sei denn aus Notwehr.

Und es gilt auch: Niemand hat das Recht, den Glauben eines anderen zu beleidigen, zu diffamieren, zu bespucken. Auch nicht die Zeitschrift Charlie Hebdo. Es gibt kein Recht auf Blasphemie.

Und nun: was machen die Medien? Sie diskutieren nicht. Sie analysieren nicht. Sie vermitteln nicht. Stattdessen verteidigen sie in einer unangebrachten Weise das moderne Weltbild. Machen Witze über Religionen und Gläubige. Sind nicht in der Lage zu differenzieren. Sind nicht in der Lage anzuerkennen, dass es Menschen gibt, denen der Glaube etwas bedeutet. Dass es Menschen gibt, die nicht auf alles mit Sarkasmus und Zynismus reagieren.

Denn der Schatten unserer Zeit ist folgender: An nichts darf mehr geglaubt werden. Der Geist der Zeit ist durchdrungen von kalter Rationalität und dem Bestreben nach Selbstoptimierung. Und Menschen, die diesen Zauber der Moderne nicht anerkennen, werden mit Satire bedacht, werden ausgelacht und an den Rand der Gesellschaft gedrängt.

Und darum ist der Terror unserer Zeit ein medialer Terror: Durch mediale Dauerbeschallung, durch Hinrichtungen in Totalaufnahme und emotionsbeladenen Live-Interviews, wird ein innerer Sog erzeugt, dem sich kaum jemand entziehen kann. Unsere ganze Kultur lädt, wie Eckart Tolle es nennen würde, ihren Schmerzkörper auf, indem es sich weidet an Bildern des Leides und der geistigen Verwirrung.
Und mehr noch: Es lädt junge, fanatisch ausgerichtete Muslime dazu ein, sich diesem Terror anzuschließen. Es weist jungen und fanatischen Muslimen ihren wahren Platz zu: und zwar den des Attentäters. Es giert förmlich nach dem nächsten Anschlag. Sagen wir, es wie es ist: die westliche Kultur möchte in die Erregung der medial erfahrenen Gewalt eintauchen.

Denn in den Mainstream-Medien wird es so vermittelt: entweder du bekennst dich dazu, dass Mohammed der Prophet, angespuckt und entweiht werden darf. Oder du schließt dich den Terroristen an. Es liegt in deiner Hand. Entscheide dich.

Und darum sage ich: Die größten Brandstifter unserer Zeit sind die Medien der Massen, die sich nicht mehr der Mühe unterziehen, eine ganzheitliche Perspektive einzunehmen, sondern blind und dumpf ihr modernes Weltbild verteidigen.

Und nein, ich bin nicht Charlie Hebdo. Ganz gewiss nicht.

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Kommentare:

  1. damit bringst du es wunderbar auf den punkt!
    es erkennen immer mehr menschen was läuft..eine spannende zeit...
    liebe grüße ein alter freund

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  2. Ja, das ist ein "brainwashing" ungeheuren Ausmaßes.
    Aber... merkt ihr was? Die WAHRHEIT wird immer schneller erkannt und gerät ans Licht der Öffentlichkeit. Immer mehr Menschen wenden sich ab von diesen Machenschaften.
    Warum wohl laufen den Zeitungen die Abonnenten weg??
    Einen lichtvollen Gruß, Elisabeth

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  3. Satire ist ein Grundrecht! Leben und leben lassen. Ich nehme gläubigen Muslimen nicht ihr Leben, wenn ich mich über sie in einer Zeichnung lustig mache. Der Muslime kann sich ebenso über mich in der gleichen Form lustig machen. Die Gedanken sind frei! Das wird jeder gläubige Mensch aushalten, wenn er denn tatsächlich 'weiß' was er glaubt. Denn wer nichts weiß, muss alles glauben.

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